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- Zuletzt aktualisiert: Montag, 05. Juni 2023 12:59
Zum nunmehr bereits sechsten Mal war der international bekannte Theologe, Psychotherapeut und Schriftsteller Eugen Drewermann zu Gast im Remigianum.
Am 31.05. 2023 hielt er für die Q1 und interessierte auswärtige Gäste einen Vortrag zum Thema: "Und was, wenn der Tod kommt...? Die Bedeutung des Todes und der Auferweckung Jesu für uns heute".
Wie immer spricht der große Gelehrte in geschliffenen, druckreifen Sentenzen.
Nach herzlichen Dankesworten für die Einladung und die Verbundenheit mit unserer Schule beginnt der fast 83-jährige Theologe seine Ausführungen mit den Worten:
" Normalerweise würde jeder Pädagoge vom Thema dieses Vortrags abraten. Denn Ihr seid jung und habt die Zukunft vor Euch und denkt vermutlich an alles andere als an den Tod."
Im Folgenden geht Drewermann das Problem des Todes zunächst einmal ganz naturwissenschaftlich an, indem er zentrale biochemische Mechanismen des Todes erläuterte.
Dabei jedoch dürfe man nicht stehenbleiben, denn in uns Menschen gebe es eine unbezwingbare Sehnsucht nach Dauer und Ewigkeit, eine Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort über unser Leben spricht.
Dabei verschweigt Drewermann nicht, dass wir Menschen allzu oft den gewaltsamen Tod über uns selber verhängen, besonders in der Krankheit der menschlichen Seele, dem Krieg.
Seine Stimme wird laut, wenn er empört fragt:
"Wie viele Tote sind wir bereit, in Kauf zu nehmen, bis sich eine Kriegspartei zum Sieger über die andere erklärt? Bis zu einer Million Tote oder zwei...?"
Was nun könnte denn stärker sein als der Tod?
An dieser Stelle bringt Drewermann die Liebe als zentralen Gegenbegriff zur dunklen Macht des Todes ins Spiel.
Drewermann nimmt sich Zeit, um die Schönheit des Phänomens der Liebe an Beispielen zu erläutern.
So, wenn er im Vorfeld des Menschlichen die Fürsorge einer Tiermutter zu ihren Jungen zeigt.
Oder wenn er die Liebe eines Kindes zu seinem Haustier erwähnt.
Oder die emotionale und erotische Liebe in einer Paarbeziehung und die gegenseitige Liebe zwischen Eltern und Kindern.
All dies verlange, so Drewermann, nach Dauer und Ewigkeit.
Jemanden zu lieben heißt, ihm zu sagen: "Ich will, dass Du bist."
Am liebsten für immer.
Jedoch: Menschliche Liebe sei auch bedroht, verletzlich, nicht immer eindeutig, ambivalent.
Und hier kommt der Garant eindeutiger, immerwährender Liebe ins Spiel: Gott.
Gott ist es, der uns Menschen über alle Vergänglichkeit der Evolution hinaus sagt: Du bist von allem Anfang an gewollt, gemocht, geliebt, ohne jede Bedingung angenommen.
Weil wir dies spüren können, wenn wir es nur wollen, können auch wir lieben, weil wir unsere menschliche Liebe eingeborgen wissen dürfen in diese endgültige, ja unsterbliche Liebe Gottes, die auch jeden Tod hinter sich lässt.
Dafür stehe das Leben, Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu von Nazareth als letztgültige Zusage Gottes an uns Menschen.
Nach einer kleinen Pause nahm sich Eugen Drewermann noch Zeit, Fragen aus dem Kreis der Schülerinnen und Schüler zu beantworten.
Selbst nach dem offiziellen Ende des Vortrags und der Fragerunde ging der durchaus auch kontroverse Gedankenaustausch im kleinen Kreis weiter.
Einem Schüler schenkte Drewermann sogar den Vordruck seines am 05.06. 2023 erschienenen Buches" Nur durch Frieden bewahren wir uns selber. Die Bergpredigt als Zeitenwende" (Patmos).
Einmal mehr bleibt der Dank an Eugen Drewermann, der auch diesmal die Schülerinnen und Schüler mit einer starken Trost- und Hoffnungsperspektive entließ.








